Gesicht im Schatten: Idylle - Stalking - Mord by Fischer Simone

Gesicht im Schatten: Idylle - Stalking - Mord by Fischer Simone

Autor:Fischer, Simone [Fischer, Simone]
Die sprache: deu
Format: epub
veröffentlicht: 2013-01-09T23:00:00+00:00


28

Jannis biss in sein Brötchen. „Das tut mir Leid, aber jetzt sag mir mal wie dein Tag heute aussieht?“ fragte er mit vollem Mund.

„Ich habe noch keinen Plan für heute. Wenn Du willst machen wir einen langen Spaziergang zusammen mit Amelie und auf dem Rückweg besorgen wir uns noch Kuchen für einen kleinen Nachmittagskaffee.“

„Hört sich gut an. Weißt du, ich bin gerne mit dir zusammen.“

„Mmm, ich auch“, gab ich etwas einsilbig zurück. Ich blieb bei meiner Vorsicht. Bloß nichts überstürzen und wenn meine innere Stimme zur Vorsicht riet, dann hatte es meist auch etwas zu bedeuten. Auch wenn mir die Bedeutung, so wie jetzt auch, nicht immer sofort klar war. Aber so abgedroschen der Satz war, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

„Nach unserem opulenten Mahl gestern Abend, darf ich dich heute Abend zu „Ich liebe es“ einladen.“

Ich musste schon wieder lachen. Er hatte immer nette Einfälle und verpackte dies auch in nette Worte.

„Sehr lieb von dir, aber heute Abend wäre ich lieber allein. Ich habe morgen einen anstrengenden Tag vor mir und muss noch einiges vorbereiten. Wenn es dir Recht ist, dann machen wir nach dem Nachmittagskaffee eine kleine Runde mit Amelie und auf dem Weg begleite ich dich zu deinem Boot.“

„Okay, du bist der Boss. Aber nur wenn du mir versprichst, dass wir uns bald wiedersehen.“

„Das muss ich mir noch schwer überlegen“, antwortete ich und versuchte einen verschmitzten Eindruck zu machen. Ich war überwältigt von dem schönen Abend und der prickelnden Nacht, aber war es wirklich der Anfang einer echten Beziehung?

Wir machten uns beide fertig und fuhren in die Ville. Auch hier reihte sich ein See an den anderen. Der Ursprung dieser Seen war der gleiche wie bei dem Liblarer See, allesamt waren sie angenehme Überbleibsel aus dem Braunkohletageabbau. Die Sonne schien, aber es war bitterkalt. Ich hatte mich bei ihm eingehakt und wir plauderten über dieses und jenes. Beim Sprechen kräuselte sich unser Atem wie Zigarettenrauch vor unserem Mund. Amelie schien die Gesellschaft auch zu gefallen. Sie rannte voraus, kam immer wieder freudig aufgeregt zu uns zurück, umkreiste uns einmal und rannte wieder voraus. So sah ich sie eigentlich nie, wenn ich mit ihr allein unterwegs war.

Gelegentlich blieb Jannis stehen und küsste mich. Dieser Mann war wirklich unwiderstehlich. Ein Kuss von ihm löste bei mir sofort ein Kribbeln aus, was durch den ganzen Körper lief. Es kam mir so vor, als hätte ich schon mein ganzes Leben auf so einen Mann gewartet. Und trotzdem..... Ein so blendend aussehender Mann, unverheiratet, steinreich, perfekte Manieren und guter Geschmack, da musste es doch irgendwo einen Haken geben. Meine Mutter hatte mich immer vor gut aussehenden Männern gewarnt. Sie sagte immer, ‚Kind sieh dich vor. Einen gut aussehenden Mann bekommst du nicht geschenkt, und die Rechnung kann durchaus bitter sein’.

Ich führte mein eigenes Leben und meine bisherigen Erfahrungen stimmten selten mit den Warnungen meiner Mutter überein, deshalb war ich auch sehr geneigt, diese Warnung gleich wieder zu vergessen. Außerdem, bei Stefan war es Zuneigung und Vernunft, was aber trotzdem keine Garantie für ewige Zweisamkeit gewesen war.



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